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Die zukünftigen Spuren der Vergangenheit

Am 26.09.17 besuchte uns Martin Jakl, dipl Architekt ETH um unter dem Titel "Expressstassenplanung Ypsilon in Zürich und ihr bauliches Erbe" über die Verkehrsplanung der 60er und deren Folgen zu sprechen.

Somit stand uns an diesem Abend ein scheinbar fremdes Thema bevor, welches auf Designstudierende wohl etwas trocken wirkt. Jakl’s Leidenschaft für dieses Thema spürte man jedoch von der ersten Minute an im ganzen Raum. Seine enthusiastische und humorvolle Erzählweise liess das Gesagte lebendig und nah erscheinen. Und so erzählte er darüber, dass man in den 40ern bis 60ern im Auto die Zukunft sah. Er beschrieb was für einen architektonischen Einfluss diese Fokussierung auf Zürich hatte, was die Pläne der Stadt waren, was die Erwartungen der Bevölkerung und wie durch diese Meinungsverschiedenheit lang geplante und teilweise bereits begonnene Bauvorhaben an der Urne abgelehnt wurden. Auf den Fotos von städebaulicher Leitbildern sahen wir die Folgen dieser Entscheidungen. Die abgebrochene Autobahn oder die Hardbrücke, die vom Provisorium zum Providurium wurde.

Im Vortrag fehlte ein klarer Designbezug, doch die Parallelen sind nicht zu übersehen. Sind Designer durch das Konsumverhalten der Bevölkerung nicht ebenfalls dessen Wille unterlegen? Fokussieren wir uns nicht ebenfalls zu sehr auf nur eine Richtung für die Zukunft? Was für Folgen werden unsere Produkte haben? Ich hoffe, wenn man deren Spuren Jahrzehnte später noch erkennt, werden sie als gelungenes Bespiel unseren Zeitgeist den zukünftige Generationen näher bringen.

Text: Anais Nüssli, Studentin im 3. Semester BA Industrial Design
Bilder: Fiona Knecht, ©ZHdK, Vertiefung Industrial Design 2017
Der Vortrag fand am 26. September 2017 im Rahmen der Dienstagabend-Veranstaltungsreihe statt.